Heinz ist entschlüsselt

„Hipp, Hipp, Hooray“ wird es in internationalen Forscherteams rund um den Globus geschallt haben. Und tatsächlich wurde ein Menschheitstraum wahr: das Genom von „Heinz 1706“ wurde entschlüsselt.

Olongo 1423 wäre jetzt gerne Heinz 1706

Jetzt ist „Heinz 1706“ kein geheimer Code der Maya, der uns eine längere Lebenserwartung über den 21. Dezember 2012 hinaus bescheren wird. Heinz ist eine Tomate. Eine Sorte, deren Namensgeber vielleicht gewissen Humor beweisen wollte.

Die Wichtigkeit erschließt sich vor allem in dem High-Impact-Faktor eines Artikels in der sonst seriösen „Nature„-Ausgabe., der sich auch „Passion for tomatoes“ des angesehenen Smithsonian-Instituts in Ignoranz wichtigerer Dinge anschliesst. Auch Forscher aus Deutschland, sogar ein ganzes internationales Forscherteam, waren an dieser bahnbrechenden Forschungsarbeit beteiligt und es erschließt sich endlich, warum Deutschland diese Exzellenz-Cluster und Elite-Universitäten hat.

Der wissenschaftlich Uninteressierte darf sich fragen: „Was mag da wichtig dran sein ?“ So wie der Innenminister reflektorisch nach jedem Verkehrsunfall nach einer Zentraldatei verlangt, so antwortet der Tomatenforscher: Zur Bekämpfung des Welthungers. Man könne jetzt widerstandsfähige Tomaten züchten, die auch die Vitaminversorgung der Inuit sicherstelle. Oder schußfeste für Syrien.

Wahrscheinlich sitzen abends dann die Wissenschaftler gitarrenspielend um ein Lagerfeuer und danken dem Welthunger und diversen exotischen Krankheiten des Tabakmosaikvirus für ihre grundlose Forschung. Der Wissenschaftsbetrieb als Zirkus für unterforderte Frühstücksdirektoren. Nach Artikel 5 des Grundgesetzes sind Forschung und Leere ja frei. „von Sinn“ vergassen die Väter des Grundgesetzes hinzuzufügen.

Als ebenso unwichtiges Nebenprodukt werden im Wissenschaftsbetrieb jetzt dutzende von erbsenzählenden Doktoranden mit diesen Erkenntnissen promovieren. In der Folge werden uns zahlreiche Abhandlungen über den Gencode des Tomatensaftes, der Tomatensuppe und das Miracoli-Geheimnis erhellen, nur um festzustellen, daß sich die Tomatengene nur in 0.2 Promille vom Erbgut des holländischen Wassers unterscheidet, aber ich schweife ab.

Jetzt ist das so eine Sache mit dem Welthunger. Nachdem das Erbgut der Kartoffel (2011), des Reises (2002) und demnächst der Nudel entziffert wurde, ist gefühlt kein einziger Mensch weniger verhungert, und dabei handelte es sich immerhin um reichlich sättigende Beilagen und nicht um eine kalorisch minderwertige Mozzarella-Beigabe. Warten wir mal auf das Genom des Basilikum und des Latte Macchiato.

So duscht man in Afrika bestimmt gerne

Der Welthungrige würde sich natürlich kaum wundern, daß  sich hierzulande sogar Rhabarber auf die Epidermis geschmiert wird. Und während wir hier existentialistisch mit der frugalen Körperhygiene hadern, oder uns darüber streiten, ob Parmigiano Reggiano oder Grana Padano, dazu besser ein Beaujolais oder ein Valpolicella,  duscht man in den Hungerzonen der Welt wahrscheinlich nicht mit Macadamia-Duschgel, sondern fragt sich wie man überhaupt Zugang zu Wasser bekommt oder die AIDS-Krise in ihrer Generationenproblematik in den Griff bekommt.
Meanwhile, in a not so distant future..füllen Supermärkte ihre Mülltonnen mit abgelaufenem „Heinz 1706“-Genom, das inzwischen von Monsanto patentiert wurde. So können wir also davon ausgehen, daß der kleine Olongo 1423 weiterhin das Leben mit dem großen Löffel essen muss.

Liebe Wissenschaftsclowns, versucht also nicht weiter, uns für dümmer zu verkaufen, als ihr seid. Eure Forschung ist weitestgehend Beschäftigungstherapie  für Exzellenzproblematiker und Begründung für widerliches Schulter klopfen. Schlimmer ist, daß dieser Wissenschaftszirkus inzwischen als Talentschmiede für weitere „Heinz 1706“-Forscher dient.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit, mit der sie meinen bisher noch nicht entschlüsselten Sempf zu sich nahmen. Danke für Ihren Besuch und schauen Sie mal wieder rein. Es würde mich freuen.

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Heinz ist entschlüsselt

Der Beginn einer Mehrsönlichkeit

Nachdem Sie sich etwas vom Design meines Blogs erholt haben, für das ich zwar verantwortlich, aber vor allem bestürzt bin, dürfen Sie sich setzen und weiterlesen.

Ich begrüsse Sie jedenfalls herzlich.

Wovon handeln Erstlingsartikel in einem Blog ?

Gerne würde ich aus dem Frisiersalon „Hildegard“ berichten, wo die GALA von 2006 noch so zerlesen liegt, oder von der Nachbarin, die ungeniert mit Lockenwicklern nackt im Nachbargarten ihre Lederhaut veröffentlicht. Das würde aber die Leichtigkeit und den Umfang eines Einstiegsartikels überfordern. Ich vertröste Sie mit diesen Themen aus den Randgebieten der Luxusperfusion auf später.

Schreib was aus Deinem Alltag„, ruft es irgendwo aus dem Off.
Aufstehen, Kaffee trinken, schlimme Zahnstati sehen, Shoppen. „LaLaLangweilig„, sagt das Känguru, und  die mäßige Witzigkeit des Wortspieles „Zahnstati-Zahnstatusse“ hätte ihm nicht mal  ein leichtes Lächeln abgewonnen. Vielleicht mag das Känguru Plurals, mir sind sie egal.

Traumpenis“ brüllt der selbe Off-Sprecher noch, bevor er ins Noch-Offer getragen wird.
Ich möchte ihm ungehört ein „Habe ich es nicht so mit“ nachrufen, aber auf diese kurze Zusammenfassung sollte ich mich auch nicht begrenzen lassen, weder zeitlich noch persönlich. Sagen wir, ich bin „gespannt“ und „neugierig“, das sollte reichen und das lege ich Ihnen auch ans Herz.

Andere meinen die Liebe, vielleicht ist da was dran.“ singen mir die Toten Hosen in’s Ohr.
Liebe ist ein biochemischer Vorgang, neuroendokrine Prozesse der diencephalen Steuerung, und letztlich spielen die endogenen Opiate des Hypophysenvorderlappens ein böses Spiel mit dem Rest des meist minderjährigen Zellhaufens. Mit Drogenhandel möchte ich nichts zu tun haben.

Und da ist dann immer noch Gott, wenn man sonst niemand hat“ ist ein brisantes Thema, das auch schon nach Dr. Ankowitsch’s kleinem Ratgeber unbedingt zu vermeiden ist. Ich halte mich daran.

Im Grunde sind wir nicht weiter als zu Beginn meiner Einleitung und das tut mir etwas leid, nachdem ich Sie schon mit dem Design meines Blogs so in Anspruch nahm. Ich gelobe Besserung in meinen folgenden Artikeln.

Ich danke vorerst für ihre Aufmerksamkeit. Gehen Sie, trinken Sie ein Pausenbier, lästern über diesen Eröffnungsartikel und legen der Toilettenfrau bitte 50 Cent auf den Teller. Danke für Ihren Besuch und schauen Sie mal wieder rein. Es würde mich freuen.

Der Beginn einer Mehrsönlichkeit