Der Weg

Ich gehe den Weg, zu dem mir geraten wurde. Seit wir uns gestritten haben, es ist gar nicht lange her, gehe ich ihn alleine, still, ohne Deine Worte.

In der Mittagssonne kam ich an einem vorbei, der sass am Wegesrand und ich hielt an, setzte mich zu ihm und wir sprachen ohrenfällig und bald voll des Weines. Ich erzählte die Geschichte, wie wir uns gestritten haben, laut, gnadenlos, voller Hass, angestachelt von Eitelkeiten, wie wir aneinander zweifelten, ob es der richtige Weg sei, den wir gemeinsam gingen, daß wir dann im Zorn an jede Wand der Stadt geschrieben haben, daß jeder seinen eigenen Weg geht und jeder den des anderen meidet und verflucht sei bis in alle Ewigkeit.

Er sagte, daß ich es nicht bereuen werde, daß es ein harter Weg wäre, am Ziel würde es sich lohnen, ich wäre danach stärker als zuvor und Du wärest meiner Worte nicht würdig gewesen, hättest unsere Freundschaft in den Staub gezerrt, der dann den gemeinsamen Weg zuwehte.

Erhobenen Hauptes, mit dem Stolz der eigenen Moral im Blick, ging ich weiter, ein Lied auf den Lippen.

In der dunkelsten Nacht, dunkler als die Nacht zuvor,  sass dort wieder jemand, ich konnte sie kaum sehen, aber ihre Stimme erinnerte mich an Deine, sanfter als im Streit und wie warmes Verständnis, Vermissen füllte mein Herz. Als sie meine Geschichte hörte,  fragte sie mich, wohin der Weg denn führe, wenn ich gestärkt irgendwo ankommen würde, wo ich ohne Dich nicht sein wollte. Ob der Staub an meinen Schuhen nicht auch Staub unseres Weges sei. Ich blickte zurück, wo sich unsere Wege trennten, wo sie lagen, unsere Ruinen.

Ich gehe einen Weg, meinen Weg.

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Der Weg

Kellerkind (ReBlog)

Denn ich bin einfach stehenlassen worden. Mitten im Raum. Du bist raus und hast, bevor Du die Tür geknallt hast, das Licht gelöscht. “Ich muss los!” Und plötzlich stand ich allein im Keller. Ohne zu wissen wo die Treppe ist. Ich war da. Und Du warst oben und ich wollte warten, weil Du oben aufräumen […]

über Kellerkind.  — zwischenzeilich

Kellerkind (ReBlog)

Klassenkeile 2016

Den folgenden Blogartikel habe ich 2013 schon mal veröffentlicht. Aus Gründen leicht angepasst hier noch mal.

 

Es war Frühsommer, ’82, und da gingen mit den Heranwachsenden schon mal die Pferde durch. Niemand wollte in Warnwesten Fahrrad fahren oder der Fußhupe blinkende Halsbänder umhängen, weil die Gefahr vor allem aus dem „Russen“ bestand, wenn auch nicht konkret, wie wir heute wissen, und da hätten Warnwesten und blinkende Kleinköter wenig geholfen.

Kurt erlebte das schmerzhaft. Als Kind des ehemaligen Profifussballers Pomanek war er eine Zeit lang ein Star gewesen, bis sich das Talent von Grün-Weiss Bochum das Kreuzband riss. In roten Lackpumps, geschminkt mit Perücke und in einer Kneipe, die wenig mit Fußball, aber schon mit Bällen zu tun hatte – unrasierten. Das war nicht schick, aber die Pumps standen ihm jetzt auch nicht so schlecht, meinte jedenfalls Tante Schibulla und kicherte ihr Tantenlachen.
Das Kreuzband heilte, die Karriere natürlich nicht mehr.

„Klassenkeile 2016“ weiterlesen

Klassenkeile 2016

Maximen

hallo

2016 – Das bisher schlimmste Jahr meines Lebens ist zu Ende, aber der Fuß, der Dir ins Kreuz tritt, hat keine Jahreszahl auf der Sohle.

Mitte Dezember starb ein alter Freund nach langer Krankheit. Wir hatten eine Zeit lang den Kontakt verloren und er starb einsam. Er war der vorerst letzte in einer Reihe von Verlusten des Jahres.

Bereits im Juni ging meine beste Freundin Sandra von dieser Welt, die zuletzt nur noch Schmerz für sie bedeutete. Ich konnte ihr irgendwann keinen Zuspruch mehr spenden und dann war ich nicht so da wie ich es nach meinen Ansprüchen hätte sein sollen. Das wird mir für immer weh tun, damit muss ich leben. Aber ich schwor mir darauf hin, niemals wieder wegzulaufen und für die, die mir am Herzen liegen, da zu sein, wo immer, und wann immer, solange ich laufen kann.
Es sollen nicht viele sein, denn solche Versprechen muss ich auch halten können.

Ich verspreche nichts mehr, was ich nicht halten will. Sätze wie „Für Dich fahre ich bis ans Ende der Welt“ sind leicht daher gesagt, es wirklich tun ist der Lackmustest für eine Freundschaft.

Das ist kein Lippenbekenntnis, das ist für mich ein moralischer Grundsatz, sie werden so etwas selten von mir hören, weil mir der Wert und die Pflicht daraus bewusst sind.

Ich lege die gleichen Grundsätze auch an andere an. Wer so etwas beteuert, den möchte ich auch beim Wort nehmen können. Das ist der Kleber jeder Freundschaft.

Seien Sie da, nicht nur als Bekenntnis.

Ich weiß, daß 2017 nicht besser sein wird, nur weil die Jahreszahl sich geändert hat. Vielleicht wird mein „Ich werde da sein“ öfter in Anspruch genommen werden, als ich das möchte. Vielleicht möchte ich das kein einziges Mal mehr, aber ich werde da sein und alles tun, was in meiner Macht liegt.

sign

Maximen

Zwischenzeilich (ReBlog)

Ich bin zu alt für Spielchen. Ich bin zwar erst knapp 33 Jahre alt, aber definitiv zu alt für Spielchen. Meine Mutter ist letztes Jahr 60 geworden und lebt jetzt nach der Devise: “Ich sag jetzt endlich was ich will!” Ich hab keine Lust mehr weitere 30 Jahre zu warten. Wir alle reden davon uns […]

über Gehe direkt über Los! — zwischenzeilich

Zwischenzeilich (ReBlog)